INDIEN AKTUELL


jaisalmer
Sonntag, 23. August 2009 um 14:20

Jaisalmer, die !vorletzte! station unserer reise. die stadt in der wueste thar beeindruckt durch das sie ueberragende 850 jahre alte fort, welches damals das zentrum der stadt war und noch immer bewohnt ist, doch vorrangig als touristenherberge dient.

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alleine 50 hotels soll es darin geben. es besticht vor allem durch die bekannte verschnoerkelte rajput-architektur, die in ganz rajasthan zu finden ist. selbst neubauten werden entsprechend verkleidet und man kann somit nie genau sagen ob es sich um ein neues oder altes gebaeude handelt.
als die attraktion von jaisalmer gelten jedoch sogenannte wuestensafaris auf kamelen ausgetragen und man wird fast staendig auf den strassen angesprochen, ob man nicht an einer solchen teilnehmen moechte. scheint pflicht hier zu sein... wir liessen uns nur zu den 40km entfernten sandduenen fahren um den „unglaublichen“ sonnenuntergang zu sehen, doch war er eher unspektakulaer ganz im gegensatz zu den duenen an sich, welche ein wirklich schoenen anblick boten.

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doch zur entsprechenden abendstunde war am sonnenuntergangspunkt die hoelle los und wir waren froh ein bisschen eher da gewesen zu sein, um die landschaft in ruhe geniessen zu koennen. es gab allen ernstes gestylte frauen, die babies auf den armen trugen und sich fuer geld ablichten liessen-nur um das ausmass dieses touri-zweiges zu verdeutlichen...
typisch fur rajasthan sind des weiteren sogenannte havelis, alte wohnanlagen fuer schwerreiche kaufmannsfamilien. zahlreiche havelis sind zu besichtigen, doch manche, warum auch immer sehr schlecht und kitschig restauriert, dass man sich fragt, was die restauratoren ueberhaupt davon verstehen... doch trotz dessen sind einige, insbesondere von aussen, ganz nett anzusehen.

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am letzten tag sind wir dann zu einem ausflug ins umland eingeladen worden und haben neben  alten koenigssgraebern

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auch jaintempel besucht. diese bestechen durch wirklich wunderschoene, filigrane steinmetzarbeiten.

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das betreten des koeniglichen gartens wurde uns aufgrund der nahenden ankunft des aktuellen herrschers verwehrt.
abschliessend bleibt zu sagen, dass uns rajasthan uns ein wenig enttaeuscht hat. leider haben wir nur drei orte gesehen und angeblich gibt es hier und da noch weniger 'verdorbene' plaetze. jedoch ist der tourismus hier bestimmt durch 2 wochen-kurzurlauber, die sich im privaten taxi durchs land chauffieren lassen. das gabs sonst in der form nirgends in indien (unserer meinung nach) und wird erstens dem land nicht gerecht und zerstoert das reisefeeling, weil nicht viele leute laenger als 2 naechte an einem ort verweilen (koennen)... unser privileg war es daher, dass wir ueber die gewoehnliche abzockerei auch auf sehr angenehme, gastfreundliche bisweilen intensive kontakte  mit den jaisalmeris zurueckblicken koennen von denen wir bei ankunft nichts vermutet haetten;o)


ps: leider sind die vorteile sichtgeschuetzter toiletten hier noch nicht ueberall angekommen und so ist das oeffentliche entleeren gang und gebe...

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jodhpur
Freitag, 14. August 2009 um 11:13

und immer weiter fahren wir ins tiefe rajasthan rein. diesmal in die blaue stadt jodhpur. ein grossteil der haeuser hier sind indigo angestrichen um hitze und insekten fern zu halten. dies gibt der stadt ein wirklich unverkennbares aeusseres. das fort, welches hoch ueber der stadt auf einen felsen gebaut ist verstaerkt die einzigartige stadtansicht noch.

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leider verspricht das aeussere des forts mehr als das innere halten kann. neben der nun schon bekannten architektur, welche auch im fort in agra und jaipur dominierten gabs nicht viel zu sehen.

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unangenehm fielen auch die vielen inder auf, welche sich nicht einmal die muehe gaben, heimlich bilder von den weissen touris zu machen...

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als weitere sehenswuerdigkeit in jodpur gibt es noch ein denkmal zu ehren eines maharaja, welches gleichzeitig als grabstaette fuer ihn und seine familie dient.

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wir waren froh, die dienste dieses 'strassenzahnarztes' nicht in anspruch nehmen zu muessen...

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jaipur
Sonntag, 09. August 2009 um 07:58

jaipur ist als hauptstadt rajasthans ein anderes indisches moloch – oder in schoen: die pinke stadt;o)
die in rosarostrot gehaltene altstadt ist in der tat ein hingucker. es gibt hier unter anderem den stadtpalast und die hawa mahal zu besichtigen.

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letztere wurde gebaut, damit die feinen damen hinter kleinen fensterchen mit miniaturfensterlaedchen-wirklich goldig!- vor den blicken der maennlichen oeffentlichkeit geschuetzt werden ohne feierliche prozession verpassen zu muessen...
als leckerli noch ein betel-spucknapf fuer die zielsicheren.

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auf dem spaziergang durch die altstadt sind wir unzaehligen taubenansammlungen begegnet... und in den genuss einer kackattacke gekommen^^

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ueber der pinken stadt thront das bernstein-fort. nach einem schweissreichen aufstieg konnten wir durch die verwinkelten gemaeuer wandern-highlight war definitiv die kunstgalerie, die moderne indische kuenstlerInnen praesentiert-fotografie verboten, leider!

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optische abwechslung im oeden strassenverkehr bieten die zahlreichen kamele, die sich manchmal auch kopflos zeigen:

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agra
Sonntag, 09. August 2009 um 07:48

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agra ist die stadt des taj mahal. ausserdem gibt es noch ein grosses fort zu sehen. wegen dieser beiden sehenswuerdigkeiten stroemen die touris zu hauf hierher. das bringt eine ungeahnte flut an souvenirverkaeufern und rickshawfahrern mit sich, welche fuer uns bisher in indien ihresgleichen sucht. es ist echt sehr nervig alle, wirklich ALLE 30sec. ein freundliches nein danke raus quetschen zu muessen und sehr schnell erwischt man sich selbst bei unfreundlichkeiten... doch nichtsdestotrotz sind das taj mahal und auch das fort sehr schoene bauten, wenn man ein mal drinnen ist hat man auch seine 'ruhe'.
wir besuchten das taj am fruehen morgen und so konnten wir in den morgenstunden die kuehle (30grad^^) geniessen und auch dem mega ansturm ein bisschen zuvor kommen. das farbenspiel des marmorgrabs ist ein interessantes schauspiel. so sieht man weisstoene, die im licht und schattenspiel je nach sonnenstand vom pastelblau ins pastelpink variieren koennen - echt wunderbar!

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was ebenfalls wahrscheinlich einmalig in ganz indien war: die toilettenbenutzung ist fuer auslaender kostenlos und inder zahlen dafuer... verkehrte welt in agra...

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das fort besticht vor allem durch seine weitlaeufigkeit und die verschiedensten gebaeude innerhalb der anlage, welche zu erkunden sind. ausserdem hat man einen tollen blick auf das taj!

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neben diesen beiden innerstaedtischen highlights gibt’s in ca. 40km entfernung noch die verlassene ehemalige residenz fatehpur sikri. im 16jh. verlegte der damalige herrscher seine wohnstaedte von agra dorthin, doch nach seinem tod wurde die stadt aufgrund von wassermangel wieder verlassen und ist nun weltkulturerbe und geisterstadt. wirklich sehenswert ist die moschee mit ihrem 54m hohen eingangstor (wohl das hoechste in ganz asien lt. reisefuehrer).

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doch auch hier ist die flut von selbsternannten guides und souvenirverkaeufern eine qual. die hitze des tages tat ihr uebriges und wir waren nach 3h froh fertig zu sein mit unserem ausflug in die vertrocknete ehemalige hauptstadt.

 
amritsar
Freitag, 31. Juli 2009 um 11:35

 

nach den vier entspannten wochen in den bergen haben wir uns wieder ins tiefland begeben. unsere reise fuehrte uns nach einer anstrengenden busfahrt nach amritsar, der stadt des goldenen tempels welcher der heilige schrein der sikhs ist. die sikhs sind fuer alle die es nicht wissen die viertgroesste religionsgemeinschaft in indien und hier im punjab stark verbreitet.
zusaetzlich zum goldenen tempel ist der einzige oeffentliche grenzuebergang zwischen indien und pakistan, attari genannt, nicht weit von amritsar entfernt.

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dieser grenzuebergang ist jeden abend ort eines aus unserer sicht nationalistischen theaters sowohl auf indischer als auch auf pakistanischer seite. die allabendliche grenzschliessung wird energisch zelebriert. saebelrasseln und enormer stechschritt gehoeren ebenso dazu wie viele zuschauer auf tribuenen und sogar der einpeitscher fuers puplikum darf nicht fehlen. die auslaendischen besucher duerfen auf einer vip tribuene sitzen und das spektakel verfolgen. alles in allem war es eine eher lustige auffuehrung, doch bleibt bei allem uebermaessig vorgetragenem nationalstolz auch ein eigenartiger nachgeschmack. man kann die angeheizte atmosphaere zwischen den beiden staaten foermlich spueren...

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sehr friedlich ging es dagegen auf dem gelaende des goldenen tempels zu. umgeben von wirtschaftsgebaeuden ragt der tempel aus dem 'pool des nektar' empor, ein grosses wasserbecken, welches der stadt zu ihrem namen verhalf (amrit=nektar). dabei ist der tempel jedoch kleiner als wir uns ihn vorgestellt hatten. allerdings ist er angeblich mit ca. 750kg gold ueberzogen. da die schlange vor dem tempel unglaublich lang war verzichteten wir auf die intensivere besichtigung. weil im sikhism alle ihre haare bedecken muessen (um sich in der menge zu erkennen...) war es auch im tempelgelaende pflicht, was den meisten besuchern ein eher abenteuerliches aussehn verlieh...

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ansonsten nutzten wir verbleibende zeit hier mit ausgiebigem nixmachen und dem erkunden der lokalen suessspeisen wie phirni. einer masse aus griess (?) und als topping essfolie...

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hier in amritsar begegnete uns auch zum ersten mal eine funktionierende toilette mit integrierter hygienefunktion – eine prickelnde erfahrung ^^

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leh 2
Samstag, 25. Juli 2009 um 10:49

die letzten 2 wochen verbrachten wir im luftig auf 3500m gelegenen leh. das ist im friedlichen teil von kashmir und abgesehen von den zu hauf auftretenden armeekasernen laesst nix auf die probleme hier im norden indiens schliessen.
das ganze begann mit einer ca. 20 stuendigen fahrt durch atemberaubende landschaft. schneebedeckte gipfel, staubige strassen, wuestenartige berge und kurvige, ueber 5000m hohe paesse wechselten sich ab.

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wir waren trotzdem froh endlich in leh angekommen zu sein. Die lange fahrt hierher wurde mit „lebensweisheiten“ von BRO (border roads organisation) aufgepeppt:

+ after whiskey driving risky
+ peep peep, don't sleep
+ love your neighbour, but not while driving
+ hospital ceilings are boring, drive carefully
+ safety is the light, let it shine
+ it's not a ralley, enjoy the valley
+ traffic jam, yellow tape, parents cry

die stadt selbst liegt am indus und wird umgeben von kahlen bergen, welche im sonnenlicht allerdings eine fantastische schatten-licht-kulisse bilden.

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im laufe der 14 tage hier in leh unternahmen wir 2 groessere ausfluege. der erste ging zum pangong see. dieser liegt auf ca. 4400m eingebettet in die bergwelt. das wetter spielte allerdings nicht so recht mit. so verbrachten wir den grossteil des restlichen tages im restaurant der kleinen siedlung, welche gleichzeitig unterkunft am see bietet. trotz des schlechten wetters besass der see eine unglaublich friedliche und ruhige atmosphaere, welche zum tee trinken und nachdenken einlaedt.

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nach einem ruhetag gings dann auf ins nubra valley. um dorthin zu gelangen musste allerdings erst der khardung la pass ueberwunden werden, welcher mit ca. 5600m als der hoechtste befahrbare pass der welt gilt. doch entspannt im van machte uns das nix aus. nur oben angelangt merkten wir den fehlenden sauerstoff in der luft. nach ein paar schritten schnauften wir schon betraechtlich.

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das tal empfing uns dann mit wunderbarem wetter und wir besuchten im laufe des restlichen und des naechsten tages 2 buddhistischen kloester, welche herrliche ausblicke ins land boten.

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die beworbene sehenswuerdigkeit des nubra valleys sind allerdings die sandduenen und das damit verbundene kamelreiten. allerdings sind die duenen nicht gerade der rede wert und das kamelreiten heben wir uns fuer die wirkliche wueste auf...
um keine langeweile aufkommen zu lassen ging die klostertour in den naechsten tagen direkt weiter.  so sahen wir 3 weitere buddhistische heiligtuemer, wobei das alchi kloster weltkulturerbe ist und durch sehr schoene fresken besticht. allen kloestern gemeinsam sind die zahlreichen gebetsmuehlen in saemtlichen farben und groessen.

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um zum alchi kloster  zu gelangen mieteten wir mal wieder ein moped, doch diesmal schuetzten wir uns sorgfaeltig mit sonnencreme, was ich beim letzten mal vergass und ein paar tage mit mehrfarbigen haenden rumrennen durfte.

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die 2rad fahrzeuge in indien bestechen jedoch nicht gerade durch schnelligkeit und so bleibt nur das warten auf zu hause um mal nicht das langsamste gefaehrt auf den strassen zu sein...
apropos zu hause: eine kleine kostprobe deutschen essens konten wir hier in leh in form von schweineschmalz!!! probieren und es war wirklich eine sehr willkommene und schmackhafte abwechslung zum indischen essen.

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leh
Montag, 13. Juli 2009 um 10:50

wir sind nach 20h busfahrt sicher in leh angekommen...

es ist der absolute knaller hier-landschaftlich einmalig, atemraubend im wahrsten sinne des wortes;o)

da wir keine bilder hochladen koennen und internet sehr langsam u teuer ist, muesst ihr euch gedulden, bis wir 'dichtbevoelkertere' gebiete erreichen...

liebe gruesse

 
manali
Sonntag, 05. Juli 2009 um 10:27

nachdem shimla uns mit fantastischer aussicht nur zum teil beglueckt hat, war allein die fahrt nach manali schon beeindruckender. tiefe schluchten durch die reissende fluesse rauschen und gespeist werden von den schneebedeckten kuppen der umliegenden berge. kaum vorstellbar, dass hier noch immer palmen wachsen auf knapp 2000m hoehe. leider greift auch hier der mensch immer mehr in die natur ein um den staendig wachsenden strombedarf mit hilfe von wasserkraftwerken zu saettigen.

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manali selbst ist aufgesplittet in die eigentliche stadt, new manali genannt, old manali und vashisht, wobei die beiden letzteren teile eher der ort sind, wo sich die ganzen nichtindischen touristen rumtreiben. wir selbst haben uns in old manali angesiedelt und sind umgeben von hotels, travel agencies, restaurants und german bakeries (die zwar leckere sachen herstellen aber den namen nicht so richtig verdienen!). von der altstadt an sich ist leider nix mehr zu sehen. doch der herrliche ausblick auf die berge, gemaessigte (fast schon kalte) temperaturen und die entspannte atmosphaere laden uns doch sehr zum verweilen ein.

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ein beliebter tagesausflug vor allem fuer die zahrleichen einheimischen touristen ist die fahrt auf den rohtang la pass, welcher knapp 4000m hoch gelegen ist. die strasse hat den namen allerdings nicht verdient. mit aeusserst rudimentaeren mitteln versuchen die bauarbeiter die ruettelpiste in schuss zu halten doch scheint dies in anbetracht des katastrophalen strassenzustandes ein sinnloses unterfangen. nach schrecklichen 50km (und drei stunden) sind wir dann doch oben angekommen und konnten erleben was massentourismus in indien bedeutet. schon auf dem anstieg kann an zahlreichen shops winterfeste kleidung gemietet werden und oben tollen dann alle in den letzten schneeresten-eher harte eis-schnee-klumpen- herum oder reiten per pony kreuz und quer ueber die steppenaehnliche landschaft. das war dann eigentlich auch alles, denn die erhofften ausblicke waren wolkenverhangen und die aussicht auf den rueckweg vermieste uns die stimmung fuer eine kleine wanderung...

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neben dem rohtang la pass hat die umgebung von manali zahlreiche wanderwege im angebot. wir unternahmen dann auch eine kleine wanderung. der weg fuehrte uns vorbei an apfelplantagen und durch wunderbaren kiefernwald an eine stelle an der sich ein bergbach in reissende stromschnellen verwandelt - schoene ausblicke inklusive.

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leider sind wir hier wie auch schon in hoi an (vietnam) der schneidermafia zum opfer gefallen. in anbetracht der recht kuehlen temperaturen entschlossen wir uns 2 westen schneidern zu lassen, welche nach vielem hin und her immernoch nicht passten, uns nun trotzallem aber mit molliger waerme versorgen. somit sind wir auch fuer zukuenftige wanderungen und die weiterreise richtung norden in noch kaeltere gefilde gewappnet.

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shimla
Sonntag, 28. Juni 2009 um 12:58

endlich der hitze entflohen;o)
auf 2000m hoehe ist es zwar immernoch erstaunlich warm aber das spazieren gehen macht endlich wieder spass!

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shimla ist ein klassischer indischer bergort... alles voller hotels, restaurants und shoppingoptionen. wenn wir von unserem hotel in die 'stadt' wollen, muessen wir jede menge treppen steigen bzw. krasse anstiege bezwingen. zum glueck tragen wir dabei keine 5 kartons mit fraglichem-sicherlich schwerem-inhalt oder getraenkekisten usw. auf unserem ruecken, wie die zahlreichen porter es hier tun um ihren lebensunterhalt zu erwerben...

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im 'supermarkt' haben wir folgende deutsche verpackungen entdeckt:

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leider nur die verpackungen, die hier aus irgendwelchen gruenden fuer pfeffer und salz verwendet werden. das ist mal ne neue art von ettikettenschwindel oder entwicklungshilfe?

die bergluft bekommt uns gut, wir geniessen die kleinen exkursionen-traeumen aber weiterhin von richtig hohen bergen. um unsere ernaehrung ein wenig zu verbessern, stellen wir fleissig salate her, die sogar einigermassen lecker sind;o)

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chandigarh
Dienstag, 23. Juni 2009 um 09:12

diese stadt ist ein aussergewoehnliches planungsprojekt. nach der teilung indiens im zuge der unabhaengigkeit verlor die punjabregion seine hauptstadt lahore an pakistan und zahllose menschen wurden fluechtlinge. um dieses problem aufzufangen, wurde chandigarh auf dem reissbrett entworfen-ein franzose namens le corbusier war der verantwortliche stadtplaner. die stadt ist in einem schachbrettmuster angelegt und in einzelne sektoren aufgeteilt, was ihr eine kilometerlange geradlinige ordnung verleiht, die in indien nicht oft zu finden ist. ein traum fuer alle radfahrerInnen, denn es gibt jede menge fuss-/radwege, die von grossen baeumen ueberschattet werden.

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die unzaehligen kreisverkehre runden das bild ab, sind allerdings sinnfreierweise manchmal mit ampeln bestueckt.
neben ungewoehnlichen regierungsgebaeuden, die wir nur im museum-nicht in natura- gesehen haben, gibt es hier den recycling-rock-garden zu besichtigen. ein projekt, dass den muell, der bei den abrissarbeiten fuer die neue stadt ausgehoben wurde, wieder/weiter verwertete. jede menge alten porzellans wurde bspw. in form von schoenen mosaiken oder skulpturen verarbeitet.

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die restliche anlage war aus unserer perspektive eher unspektakulaer. 
diese aussergewoehniche stadt hat eine weitere kuriositaet zu bieten:

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als wir uns bei den bewohnerInnen erkundigten, was genau eine 'police beat box' sei, erfuhren wir, dass in chandigarh der spiess umgedreht wird... die bewohnerInnen koennen jederzeit vorbeischauen und ihrer buergerliche gewalt ausdruck verleihen. das ganze soll dem gesunden klima der stadt dienen;o)

 

 
der weg ist das ziel...
Dienstag, 23. Juni 2009 um 09:09

... oder das unbestaetigte zugticket.

bereits in varanasi hatten wir alles fuer unsere weiterreise nach delhi organisiert. leider standen wir auf der warteliste-doch mit einer woche zwischen buchung uns abfahrt, wurde uns zugesichert, dass wir unsere sitze bekommen werden... am tag der geplanten zugreise hatten wir immernoch keine plaetze und sollten diese auch nicht bekommen. nach stundenlangem anstehen, von hueh nach hot geschickt werden, verzweifelten bestechungsversuchen gaben wir frustriert auf, denn es war sonntag und der schalter schliesst puenktlich um 14uhr! also hiess es am montag erneut antehen, warten, draengeln und seinen platz in der 'reihe' verteidigen. hierbei fanden wir dann heraus, dass man in gaya (das gottverfluchte drecksnest in dem wir festhingen) auf gar keinen fall ein zugticket buchen kann (hauptreisezeit der inderInnen!) und die option der tourist quota (spezielle platzreservierungen fuer auslaendische touristInnen) dort ebenfalls nicht verfuegbar war... busse fuhren auch nicht und somit konnten wir waehlen zwischen einer unreservierten zugfahrt (man kauft ein general ticket und kann in den zug, hat aber keinen platz und zwar im wahrsten sinne des wortes, da 5000 andere leute das auch tun und man quasi zusaetzlich zu den ausgebuchten plaetzen im zug mitfaehrt-das ist bei den staendig ueberbuchten zuegen durchaus ueblich, leider sind wir keine inderInnen und haben somit kaum qualitaeten, uns im gedraenge raum zu schaffen...)
oder einer taxifahrt, die unser budget stark strapaziert. dreimal duerft ihr raten: 
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wir fuhren also von gaya wieder zurueck nach varanasi, wo wir ohne probleme die noetigen zugtickets buchen konnten und zwar in einem eigens dafuer eingerichteten touri-buero, welches sowohl klimatisiert als auch alles andere als ueberfuellt ist-vorher muss man nur ueber die unzaehligen menschen klettern, die sich in der bahnhofshalle liegenderweise aufhalten und solche privilegien nicht haben.

zum ersten mal fuhren wir in einem 3. klasse ac-abteil und wir muessen schaendlich gestehen, dass es ein traum war! man bekommt bettwaesche, ein kopfkissen, die anderen fahrgaeste scheinen viel ruecksichtsvoller und man muss sich seinen platz nicht mit 2 anderen teilen! selbst die fliegenden haendler bieten ihre waren in einer angenehmen lautstaerke feil. nach diesem 'kulturschock' bestiegen wir in new delhi den naechsten luxuszug:

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neben einem eigenen sitzplatz bekamen wir hier tee und fruehstueck serviert und legten in knapp drei stunden 250km zurueck!
bei unserer derzeiten verfassung einfach unbezahlbar-der preis war zwar stolz aber manchmal muss man sich auch was goennen;o)

 
bodhgaya
Donnerstag, 11. Juni 2009 um 12:38

bodhgaya ist die stadt in der prinz siddharta gautama vor ca. 2600 jahren unter einem bodhi baum sitzend erleuchtung fand und zu buddha wurde. dies macht die stadt zum pilgerort fuer buddhisten schlechthin. aktuell ist zwar zwar keine pilgersaison und es ist eher wenig los, doch in der hochsaison im winter, laesst sich sogar der dalai lama jaehrlich fuer 2 monate hier blicken. also ein sehr religioeser ort.
der originale baum wurde jedoch entwendet, ein spross fand allerdings ueber sri lanka wieder seinen weg hierher und so steht sozusagen der enkel des baumes wieder an der uspruenglichen stelle.

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daneben wurde im 6jh ein tempel gebaut und umrandet wird das ganze von einer angenehm ruhigen gruenen tempelanlage. gruen ist uebrigens auch das wasser im angrenzenden tempelsee, was einige nicht abschreckt, baden zu gehen. wir haben wie schon in varanasi aus gesundheitlichen gruenden auf erleuchtende baeder verzichtet.

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neben dem haupttempel gibt es in bodhgaya noch verschieden buddhistische kloester, die eine vielfalt des buddhistischen glaubens widerspiegeln.

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so kann ein wunderbarer buthanesicher tempel besucht werden oder  auch mal wieder ein thailaendisches wat.
da es im buddhismus zum guten ton gehoert, sich als moench die haare zu rasieren sind auch einige freiluft frisoere zu finden, um dem ganzen nachzukommen...

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die abfaelle werden allerdings auch hier nach allgemeiner sitte in den 'hinterhof' entsorgt...

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varanasi
Sonntag, 07. Juni 2009 um 11:31

die heilige stadt, in die die hindu inderInnen reisen, um zu sterben und sich mit dem mutterfluss ganges
zu vereinigen. taeglich kommen bis zu 70 000 pilgerInnen hierher, trotzdem wirkt die stadt nicht ueberlaufen.

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wir haben es uns hier allerdings ganz anders vorgestellt. zum einen ist der halbe fluss ausgetrocknet und erfreut uns somit nicht mit seiner vollen pracht, zum anderen wird einem die freude am spaziergang entlang der ghats durch allerhand verkaufsvolk- von ganz jung bis ganz alt-ein wenig verdorben. die spirituelle energie kann zwischen bauschutt, kuhscheisse, fliegen und muell von dem gesucht werden, dem sie nicht schon inne wohnt...
die kleinen gassen der altstadt sind wirklich schoen aber auch ein grosses, wirres chaos, in dem orientierungslose verloren sind! auch bei einer gassenbreite von weniger als 2m finden drei kuehe, eine enfield, ein fahrrad mit anhaenger und zig menschen raum zum ueberholen, rumstehen oder gemuetlich mit der masse schwimmen.
an den ghats wird gebadet, geschwommen (sogar mit badekappe!), gewaschen.

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es werden bueffel gereinigt, abwasser entsorgt, tote verbrannt und trinkbar soll es auch noch sein. die wasseruntersuchungen beweisen, dass der ganges zu den verschmutztesten fluessen der welt zaehlt aber glaube ist alles und die hindus wissen, dass der aus dem himalaya kommt und der fluss shivas  und somit selbstredend sauber und heilig ist! es soll auch auslaenderInnen geben, die freiwillig im ganges schwimmen, in dem noch immer delfine leben! da wir der wissenschaft glauben, halten wir einen sicherheitsabstand von 1meter+ fuer angemessen;o)
unser hotel blickt uebrigens genau auf den fluss und an einem stuermischen morgen, an dem sogar ein wenig regen fiel (der uns hoffen liess, der monsun sei gekommen-sich aber doch nur als poplige niesel-verarsche entpuppte) lag das gegenueberliegende ufer mystisch unter einer art sandnebel. in solchen momenten weiss man, warum die menschen hierher pilgern.

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obligatorisch liessen wir uns bei sonnenuntergang auf ein boot verfrachten und uns gemuetlich ueber den fluss rudern. am verbrennungsghat konnten wir von weitem einer bestattungszeremonie beiwohnen, bei der nur maenner zugegen sein duerfen. zunaechst wird der leichnam, der in ein tuch gewickelt ist (rot-frau, orange oder gold-mann) in den ganges eingetaucht und auf den stufen zum trocknen abgelegt. der aelteste mann der familie waescht sich ebenso im ganges, opfert seine haare und kleidet sich mit einfachen weisse tuechern. er kauft das noetige feuerholz und er ist es auch, der den leichnam mit dem ewigen feuer, welches im naheliegenden tempel seit 3000jahren!? brennt, anzuendet. die verbrennung dauert ca. 3stunden in denen die maenner in der naehe sitzen und warten. nach einer gewissen zeit muss der schaedel explodieren, ansonsten muss er von den unberuehrbaren helfern geoeffnet werden, um die seele frei zu lassen. ist der leichnam verbrannt, loescht das familienoberhaupt die asche mit gangeswasser ab und beendet die einaescherung damit. die asche wird am ufer augehaeuft und nicht in den ganges geschuettet, damit die unberuehrbaren in ihr nach schmuck suchen koennen, den die verstorbene person am todestag getragen hat-fuer die familie ist er wertlos aber die verbrennungshelfer koennen ihn zum geschaefte machen verwenden!
kinder unter 6jahren, schwangere frauen, heilige und menschen die von schlangengift getoetet wurden, duerfen nicht verbrannt werden. es gibt unglaublich viele regeln, braeuche und geschichten und wir geben nur einen bruchteil dessen wieder, um die komplexitaet dieses rituals zu zeigen-es gibt keine wahrheit, kein richtig und falsch.
die verbrennungen finden rund um die uhr statt, 150 stueck pro tag. privatsphaere gibt es hierbei nicht-ein leichnam brennt neben dem anderen und frauen seien deshalb nicht erlaubt, weil sie weinen wuerden und das die allgemeine ruhe der zeremonie stoeren wuerde...
man stelle sich vor, dass bei einer trauerfeier in dtl. ploetzlich eine truppe touristInnen auftaucht, die dabei zuschauen moechte. was wir als sehr private, familiaere handlung betrachten, gehoert hier der breiten oeffentlichkeit. es hinterlaesst bei uns ein mulmiges gefuehl-wo verschmelzen die grenzen des kulturvoyeurismus und der geschmacklosigkeit?
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jeden morgen und abend befinden sich zahllose boote auf dem fluss, um ihre gebete, opferungen an mutter ganges zu schicken. um 19uhr kann man vom boot aus der aarti zeremonie beiwohnen. es handelt sich um ein riesiges musikalisch begleitetes gebetsspektakel, bei dem brahmanen (priester) auf podesten stehen und gebete aufsagen waehrend sie raeucherstaebchen und kerzen schwenken.

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umgeben sind sie von unendlich vielen pilgerInnen, die es ihnen gleich tun. hierbei wird  deutlich, welche macht religion auf menschen ausueben kann und wie stark der hinduismus verwurzelt ist.

 
aurangabad/ellora caves
Sonntag, 07. Juni 2009 um 11:25

um die 30stuendige zugfahrt nach varanasi in 'kuerzere' abschnitte zu teilen, machten wir einen zwischenstop in aurangabad, um die ellora caves anzusehen. erstmalig hatten wir einen expresszug mit dreiersitzen, die in eine richtung angeordnet waren-sehr angenehm!
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in aurangabad selbst gibt es nicht viel zu tun, was wegen der hitze nicht all zu schlimm war. spannend ist hier der mini-taj mahal, der 1679 (48 jahre nach dem 'echten') vom sohn des richtigen taj mahal auftraggebers als grabstaette fuer seine frau erbaut wurde. das gab uns einen guten vorgeschmack auf das original, denn schon die kleine version war aeusserst beeindruckend!
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da robert sich wiedermal krank gemeldet hat, musste ich die ellora caves alleine erkunden. die hoehlen gliedern sich in drei teile, ein abschnitt ist hinduistisch, einer buddhistisch und einer jain(istisch?). sie erstrecken sich ueber eine mind. 2km lange felskette, so dass die inderInnen die wege dazwischen gern per rikshaw zuruecklegen... der hoehlen-tempelkomplex entstand zwischen 600 und 1000 n.c. und umfasst 34 hoehlen. optisch kann man die hoehlen hauptsaechlich anhand der entsprechenden gottheiten, die in den zahlreichen wandfriesen wiederzufinden sind, unterscheiden. am beeindruckendsten war fuer mich die gesamtansicht von aussen, da die hoehlen innen aus meiner sicht eher unspektakulaer waren.

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wenn ich mir jedoch vorstelle, welche muehe und kraft es gekostet hat, diese in stein zu arbeiten-in diesem unglaublich riesigen ausmass, dann erscheint das ganze gleich in einem anderen licht. einige reliefs und statuen waren sehr gut erhalten,  auch wenn sie gern zum posen fuers foto erklommen werden;o)

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mumbai
Mittwoch, 27. Mai 2009 um 12:22

sehr gespannt und nicht wirklich vorurteilsfrei fuhren wir bei dunkelheit in die groesste stadt indiens ein. ueber 16,5 mio. menschen leben hier davon ueber die haelfte in slums. doch gleichzeitig ist es auch die stadt mit dem 3fachen pro kopf einkommen verglichen mit dem rest des landes. die schere zwischen arm und reich klafft hier besonders weit auseinander.
nachdem wir die victoria station (asiens belebtester bahnhof: 2,5mio. menschen taegl.) hinter uns gelassen hatten, stellten wir auch fest, dass es wohl die teuerste stadt indiens ist. die zimmerpreise sind eine frechheit aber was solls... die stadt selbst entschaedigt dafuer um ein vielfaches.

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vollkommen unerwartet war der strassenlaerm bspw. trotz der ca. 40000 taxen (rikshaws gibt’s hier uebrigens nicht!) und vieler weiterer fahrzeuge vom handkarren bis zum doppeldeckerbus sind die strassen 'selten' verstopft und auch der laerm ist zu ertragen. viele strassen voller schoener alter haeuser und von baeumen gesaeumt. sie erlauben somit ein entspanntes spazieren im schatten. das war auch bitter noetig, trotz der angenehmen meeresbrise, die ab und an durch mumbai wehte.
unsere ersten beiden tage verbrachten wir dann auch mit stadtspaziergaengen bei denen wir sehr gut erhaltene kolonialgebaeude sehen konnten. darunter unter anderem auch das taj mahal hotel, welches noch immer spuren der anschlaege aufweist.

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auch gut zu sehen war die art und weisse der landgewinnung: 60% der stadt stehen auf kuenstlichem land und die betontripoden saeumen den strandboulevard-marine drive, der doch sehr westlich anmutet.

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erwaehnenswert ist auch die haji ali moschee, welche bei flut komplett vom festland abgeschnitten ist. leider waren wir zu genau diesem zeitpunkt da und konnten demzufolge nicht hinein...

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eine andere touri-attraktion stellt das dhobi ghat dar: die groesste indische waschmaschine. hier wird von frueh bis spaet waesche im indischen stil gewaschen, ausgeschlagen und getrocknet.

selbstverstaendlich gehoert ein besuch der bollywood studios auch zum pflichtprogramm. normalerweisse geschieht das ganze in form von komparsenrollen in den verschiedensten produktionen. wir werden dann vielleicht demnaechst in einer indischen seifenoper zu sehen sein sollte man uns nicht rausschneiden. ob diese kulissenstadt wirklich teil der studios war, blieb allerdings fraglich. wir verbrachten den grossteil des tages damit, in bunten indischen kostuemen eine prozession zu ehren lord krishnas tanzend und musizierend zu begleiten. das ganze war bei sengender sonne ohne ausreichend wasser nicht wirklich feierlich. doch entschaedigten die ausgelassenheit und der spass der zahlreichen weiteren komparsen (zu 98% inder) dafuer. sie bauten sogar eine menschliche pyramide auf deren spitze dann krishna gehoben wurde. das interesse an den 'weissen' komparsen war wie so oft ueberwaeltigend und wir mussten das ein oder andere fotoshooting durchstehen;o) zu stephies enttaeuschung konnten wir leider keine bollywood-sternchen sichten...

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was noch zu erwaehnen waere ist, dass man sich in mumbai ernsthaft mit dem muellproblem beschaeftigt... so haben wir bei einem spaziergang durch die stadt vor einem slum folgendes schild gesehen, was auf den darunter liegenden bereich verweist, in dem man seinen muell ablagern sollte, welcher dann abgholt wird. vielleicht nicht die eleganteste art, doch not macht erfinderisch.

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wir behalten mumbai auf alles faelle als eine sehr schoene stadt (nicht nur im indischen massstab) mit sehr viel charme und potential in erinnerung.

 

 
goa
Mittwoch, 20. Mai 2009 um 10:42


die wunderschoene strecke von hampi nach goa genossen wir bei einer langatmigen zugfahrt. als wir eine bergregion durchquerten gab es jede menge tunnel und die inderInnen haben wie beklopskis nach draussen gebruellt-als abgeklaerte, oder abgestumpfte deutsche mit ausreichend tunnelerfahrung konnten wir nur schmunzeln.

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da wir keine grosse lust auf strand hatten, begaben wir uns zunaechst in die hauptstadt-panjim. dort bezogen wir ein schnuckeliges glashaus – das dachzimmer einer netten familie, das zu 70% aus glas bestand und somit angenehme temperaturen bereit hielt. beim ersten spaziergang durch die SEHR portugiesisch anheimelnden strassen, fielen die vielen bars-praeziser kleine saufspelunken-auf. in goa werden auf alkohol keine steuern erhoben und somit kann man hier recht billig trinken.

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unser bevorzugtes fruehstueckslokalwar auch schnell gefunden. es ist ein altes kolonialhaus mit kleinen balkonen, hohen decken und jeder menge atmosphaere schaffendem schnick schnack. hier fuehlen wir uns wie in indisch-portugal, was uns sehr gut gefaellt.

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von panjim haben wir uns nach anjuna gewagt-dem legendaeren flohmarkt-hippie-ort. da ich juergen (dozent an der fh) versprochen hatte, ihm ein paar souvenirs nach dtl. zu schicken, die er dann fuer 'seinen' verein verkaufen kann, musste das sein. nur soviel: es war ein heisser tag mit grossen verhandlungen und hoffentlich guten errungenschaften und ich bin froh, dass es vorbei ist!
da robert nach einem kleinen sturz auf seinen allerwertesten immernoch schmerzen im steiss hat, mussten wir statt mit der enfield alle strecken mitm bus zurueck legen und somit verbrachten wir einen anderen heissen tag damit, zwei straende unter die lupe zu nehmen, um vielleicht ein paar tage am meer zu entspannen. der eine (agonda) war zwar bereits verlassen von den touris aber dort gabs auch nichts mehr ausser ein-zwei ueberteuerte 'resorts'. der andere (palolem) war noch voll mit menschen, die nichts besseres zu tun haben als bei 40grad in der sonne zu brueten und dazu musik a la dj oetzi zu hoeren. somit entschieden wir uns fuers koloniale flair panjims und unser glashaus...
einen weiteren ausflug unternahmen wir nach old goa, der alten hauptstadt der portugiesen, die uebrigens ca. 450jahre hier waren-100jahre laenger als die briten. old goa ist beherrscht von alten kirchen, kathedralen und einer basilika-alles weltkulturerbe natuerlich. von aussen wie von innen sind diese gut erhalten und gepflegt.

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doch am besten haben uns hier die zerfallenen ueberreste der st. augustine kirche gefallen, besonders weil man hier die alte tradition der azulejos (fliesen) gut aufbereitet sehen konnte. auch diesmal war es wieder einer der heissen tage und nach 4stunden rumlaufen und knipsen waren wir froh wieder im windgekuehlten bus nach panjim zu sitzen. ab und an fragen wir uns, wie wir noch mehr hitze ertragen sollen...
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noch etwas im nachhinein lustiges:
nachdem robert erfolgreich geroentgt und eine fraktur des steissbeins ausgeschlossen war, lief ihm des abends eine kleine ameise ins auge. im idealfall spuelt sich alles mit hilfe von traenenfluessigkeit aus den augen raus... nicht in diesem falle, denn die ameise hat sich irgendwie in die netzhaut verbissen und hielt auch am naechsten morgen noch daran fest (keine sorge, schmerzen hatte der arme robert kaum, es nervt eben nur, wenn man was im auge hat). also gingen wir tagsdrauf wieder zum arzt, der ueber diesen seltsamen augengast gar nicht verwundert war und ihn/sie ohne grosses palaver einfach mit der pinzette entfernte (und 500rs, 8euro abkassierte!). sollten sich solche kuriosen vorfaelle haeufen, muss ich mir wohl gedanken machen, ob indien robert wirklich gut tut ;o)

 
hampi
Freitag, 08. Mai 2009 um 11:19

wie jens

und lydia schon berichtet haben: hampi ist 'durch', um es in jens worten auszudruecken. der ort wird dominiert von gaestehaeusern, roof-top-restaurants und souvenire-shops. wir moechten uns nicht vorstellen, was hier in der hochsaison los ist!
nichtsdestotrotz ist die landschaftliche umgebung atemberaubend und die tempellandschaft faszinierend flaechendeckend.
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wir haben uns lieber eine rikschaw gemietet, um die tempel zu besichtigen, da es unglaublich HEISS ist. der schweissrekord steigt und leider haben die tempelanlagen wenig schattige plaetzchen...
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zusammen mit ein netten jungen burmesin, die in singapore studiert (wir konnten hier eine neue facette burmas kennenlernen) besichtigten wir etliche ruinen. spannend war der untergrundtempel, dessen dach mit der erdoberflaeche gleich ist, was ihm den namen verschafft hat. er steht im innern leicht unter wasser, was ihm einen mystischen touch gibt, und es leben suesse-mini-fledermaeuse drinnen, die man ganz aus der naehe beim schlafen beobachten konnte.
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der spannendste teil (vitalla tempel) war 'under construction', somit konnten wir keinen blick auf die sogenannten musiksaeulen werfen, die man beim anschlagen bis zu 1,5km weit hoeren soll... dafuer bewunderten wir den steinwagen, der vor zig jahren tatsaechlich auf seinen steinraedern durch das alte koenigreich gerollt ist.
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noch etwas sentimentales fuer alle hier gewesenen: mangotree gibt’s noch, hat allerdings an charme verloren. die schaukel ist durch eine festgebundene puppe besetzt und ein riesiger ast des baumes ist vor einer woche des nachts einfach abgebrochen, weil ihn die umgebung vielleicht doch nicht mehr so gut getan hat. das essen war wenig schmackhaft;o(


wir haben in unserem guesthouse uebrigens folgendes schloss mit schluesselanhaenger bekommen (sorry, haben verrafft es zu drehen):
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wenn man die political correctness kurz vernachlaessigt, darf man schmunzeln...

 
bangalore
Freitag, 08. Mai 2009 um 11:03

die fahrt nach bangalore-unsere erste nachtzugfahrt in indien-begann mit streitereien um den schlafplatz. leider war unser sitz von einem cholerischen inder und seiner anteilnahmslosen frau besetzt... wir hielten es fuer angebracht, einen koerperlichen konflikt zu umgehen und setzten uns vorerst an anderer stelle nieder. als dann der 'TT'-wir wissen nicht was es tatsaechlich heisst aber der typ ist fuers ticket kontrollieren und das zuweisen der plaetze etc zustaendig-kam, wurde es nochmals laut, doch in guter indischer hierarchiefolgsamkeit gaben die beiden wuetend 'ihre' plaetze an uns ab... leider stand der zug unter wasser und wir konnten unsere rucksaecke nicht unter den sitzen verstauen, so dass wir eine recht unbequeme und kurze nacht halb auf ihnen liegend verbrachten;o(
in bangalore fanden wir ein verhaeltnismaessig guenstiges zimmer und erkundeten die stadt und ihre mageren sehenswuerdigkeiten. u.a. trafen wir auch appu-den sohn unserer freundInnen aus varkala, der dort 'studiert' und besuchten den ymca. fuer alle, die schon mal dort waren: hier tut sich was! der alte trackt in dem die fh-studis vor 6jahren gehaust haben wurde renoviert und kostet mittlerweile stolze 900RS (mit AC sogar 1200!) und der familienfluegel wurde komplett weggerissen und es soll ein neues luxushotel vom ymca dort entstehen...

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alles ist anders und irgendwie auch nicht. als ich auf dem weg ins dreamhome (meine alte praktikumstelle) mit den selben buslinien fuhr-die preise haben sich verdoppelt!-liess der flashback nicht lange auf sich warten. im dreamhome war eigentlich alles wie immer, nur die kinder waren andere. zusaetzlich hoerte ich von einigen, dass ich damals ja echt fett war und jetzt so duenn sei-da fiel mir nichts mehr ein...

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die zeit verging wie im flug und nach 4stunden sass ich wieder im bus auf dem weg zurueck. es war gut, nochmal beim ymca vorbeigeschaut zu haben, um die alten gefuehle wieder zu erleben sowie ueber mein praktikum aus neuer perspektive nachzudenken, das nach wie vor zu meinen schwierigsten und zugleich schoensten erfahrungen zaehlt.
uebrigens wird in bangalore gerade umgebaut, denn in +/- 2 jahren soll hier der metrotrain durch die stadt schweben.

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alleppey
Sonntag, 26. April 2009 um 14:08

nach langem warten und organisieren haben wir es in alleppey doch noch geschafft jens (ob ihr den wieder erkennt???) und lydia (duesseldorfis) zu treffen.
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mit den beiden stand dann die obligatorische hausboottour durch die backwaters an. da unser guesthouse ein angeblich ecofriendly boot anbot, suchten wir nicht lang rum und entschieden uns fuer eine tour mit 2 uebernachtungen. das boot war eines der traditionelleren ohne klimaanlage oder uebertriebenen luxus und dank der kraeftigen oberarme unserer bootsleute in verbindung mit den rudern war es uns auch vergoennt, die kleineren kanaele ohne motor zu befahren im gegensatz zu dieser kampfmaschine...

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die wasserwege der backwaters waren zwar nett anzusehen und streckenweisse sehr interessant, doch nicht die ultimative attraktion wie oftmals beschrieben. im vergleich zum vietnamesischen mekong delta bspw. gibt es hier weniger bootsverkehr der urspruenglichen art, ganz im gegensatz zu der staendig wachsenden flotte an hausbooten fuer die touristInnen (von 1998: 10 auf 2009: 1000 boote, wenn man den kapitaen des bootes vertrauen darf).
doch boten die tage auf dem hausboot eine wunderbare gelegenheit mal in ruhe abzuschalten von dem allgegenwaertigen trubel der indischen staedte und in ruhe die zeit zu verplappern.

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leider war das essen auf dem hausboot nicht den hohen erwartungen entsprechend. unser koch bereitete zwar jeden abend reichhaltige mengen regionaler speisen zu, allerdings entsprachen sie dem indischen durchschnitt und waren nicht herausragend... doch waren sie allemal besser als die „versuche“ der restaurants in varkala.

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nach den 2 naechten auf dem boot verbringen wir nun noch zusammen ein paar tage in unserem traum-guesthouse und geniessen den luxus der indischen parcel-fresspaket-lieferungen und den wirklich herausragend freundlichen service der mitarbeiterInnen, um die ereignisse der letzten 8 monate aufzuarbeiten;o)

 

 
fort kochin
Samstag, 18. April 2009 um 11:46

nach den 3 wochen entspannung in varkala haben wir uns letztendlich doch noch aufraffen koennen. doch nicht ohne am vortag unserer abreise nochmal zum essen eingeladen worden zu sein. anlaesslich des tamilischen neujahrsfestes hatten wir die gelegenheit im haus von umesh und mercey (die besitzer unseres stammrestaurants) ein traditionelles neujahrsmal einzunehmen. das ganze bestand aus verschiedensten vegetarischen curries und viel viel reis incl. desert – einfach koestlich!

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nach dem traurigen abschied von unseren neugewonnen freunden fuhren wir nach fort kochin. diese alte handelssiedlung war urspruenglich in portugiesischer hand, danach in hollaendischer und letztendlich in englischem besitz. demnach sind hier die europaeischen einfluesse unuebersehbar. es gibt verschiedene kirchen, einen wenig spektakulaeren portugiesischen palast, einen hollaendischen friedhof und ein juedisches viertel mit einer synagoge. leider scheint indien aktuell im renovierungswahn zu sein, denn der palast war teilweise gesperrt, wie auch schon einige tempel auf unserer bisherigen route. die angeblich fantastischen wandgemaelde im keller, blieben unseren blicken leider verschlossen.

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die synagoge war wegen feiertagen auch nicht geoeffnet und so blieb uns nur der stadtrundgang durch die leider meist sehr duerftig erhaltene altstadt und ein besuch im katakali theater. die extrem geschminkten taenzer verwenden ausschlieslich gesten und wenige sehr wenige laute in ihrem spiel. die geschichte wird durch hintergrundmusik und -gesang erzaehlt. das spiel erinnert stark an pantomime nur viel viel bunter. leider war der beipackzettel, welcher die erklaerungen enthielt, wenig aufschlussreich und so war es relativ ermuedend dem spiel ueber einen laengeren zeitraum zu folgen.

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eine willkommene abwechslung bietet allerdings das essen, welches nach 3 wochen tourifrass mal wieder den indischen gepflogenheiten entsprechend ausfaellt, auch wenn der magen- darmtrakt erstmal wieder darauf eingestellt werden muss ;)

 
varkala
Montag, 30. März 2009 um 17:14

nach einigen kleinen gesundheitlichen einschraenkungen, welche sich hauptsaechlich auf dem klo abspielten, wollten wir in varkala erstmal entspannen. der- man kann fast schon sagen- badeort ist unsere erste station in kerala und ist meilenweit von dem uns bisher bekannten indien entfernt. haufenweise westliche touristen und auf diese zugeschnittene angebote lassen diesen kleinen ort wie ein indisches mallorca erscheinen. ein wenig zumindest. yoga, ayurveda, entspannungsmusik und lasagne oder pizza bestimmen das angebot und somit steht der ort im unheimlich krassen gegensatz zu den bisher gesehenen staedten und doerfern. doch entschaedigen nette ausblicke auf das cliff und regen gleichzeitig zum schmunzeln an, da auch hier die alltaegliche muellbeseitigung wie immer ueber die schulter stattfindet...
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weil unser entspannungsbedeurfnis leider groesser ist als wir angenommen haben, werden wir noch ein wenig hier verweilen, denn zwischen all den restaurants und souvenirlaeden kann man hier und da einen leckeren frsichen fruchtsaft ergattern oder bei ganz viel glueck auch gutes essen finden. leider sind die temperaturen inzwischen oftmals so unertraeglich heiß, dass selbst die hitzeerprobten inder der muessiggang packt... 
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rameswaram/kanyakumari
Dienstag, 24. März 2009 um 09:19


beide staedtchen sind bedeutende pilgerzentren der hindus und somit eher auf indische als auf westliche touris eingestellt. dafuer soll die tempelanlage rameswarams, sowie die adamsbridge-ein paar steine, die von rama ins wasser geworfen wurden, um seine geliebte sita aus den klauen des srilankischen boesewichts ravana zu entreissen, der sie auf die nur ca. 35km entfernte insel entfuehrt hatte... sehr sehenswert sein. und in kanyakumari, der suedlichsten spitzen indiens, an der die drei meere arabisches, bengalisches und indisches zusammenfliessen, kann man sowohl sonnenauf- als auch sonnenuntergang ueberm meer bestaunen.

leider erwischte uns in rameswaram eine ueble fliegenplage, die am ersten tag noch zu witzen anstachelte, am dritten tag aber nur noch zur angewiderten abreise fuehrte. hier ein paar eindruecke-scheinbar geht das bereits seit einem monat so...

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in kanyakumari wurden wir dann finally vom durchfall eingeholt und verbrachten viel zeit auf unserem liebgewonnenen hock!klo. ob ein zusammenhang zwischen den fliegen und dem durchfall besteht bleibt im dunkeln... Somit blieb eigentlich nur der blick vom balkon auf die herrliche branung.
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mittlerweile sind wir in varkala (kerala) angekommen und wollen hier ein paar tage entspannen-viel mehr als steilkueste, strand, meer, palmen und zahllose shoppingmoeglichkeiten gibt’s hier auch nicht. vielleicht erlaubt unser magen uns ja demnaechst, etwas von dem leckeren fisch, den es hier fangfrisch gibt, zu probieren! Apropos probieren: wir durften schonmal die indische variante von peppermint tea testen. frischer minztee mit... ja pfeffer... sehr delikat und einzigartig!

 
madurai
Samstag, 14. März 2009 um 13:29


am fruehen morgen brachen wir auf zu unserer ersten zugfahrt. da die 'kurzstrecke' 8h dauern sollte, goennten wir uns fuer einen euro mehr einen liegeplatz;o) nach einem ueppigen fruehstueck am bahnhof gings nun zuegig richtung madurai.

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dort trafen wir beinahe puenktlich ein und hatten noch ausreichend zeit, den angeblich atemberaubenden meenakshi tempel zu besichtigen. leider sind die aussentuerme unter renovierung und somit fast unsichtbar hinter bambusmatten versteckt und die interessanten teile der innenanlage den hindus vorbehalten...

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am abend genossen wir den ausblick auf die kleine millionenstadt von einer windigen dachterrasse. die tempelanlage wirkte von oben irgendwie faszinierend deplaziert.

sehr gut plaziert fuehlt man sich in madurai auf dieser seltsamen toiletten-paarung: hock und sitz-wc in einem

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am folgenden tag irrten wir dank detailgetreuer karte im reisefuehrer durch die heissen, stinkenden strassen, um verzweifelt doch noch den tirumalai nayak palast zu finden. aehnlich der tempelanlage befindet sich dieser leider ebenfalls unter renovierung (restaurierung scheint hier in der tat der falsche begriff, denn alles alte-sprich erhaltenswerte-wird einfach grundiert und neu bemalt!). das ruinierte so ziemlich jedes flair, insbesondere weil das resultat dieser renovierungsarbeiten ein 400jahre alter palast sein wird, der aussieht als sei er gerade frisch gebaut worden... man macht sich noch nicht mal die muehe, alte statuen von gottheiten abzudecken-sie sind von farbklecksen ueberzogen!

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nach diesen enttaeuschenden erlebnissen war der besuch im gandhi-museum eine wohltat. wenn es  auch ewig viel zu lesen gab, war es spannend unsere kenntnisse ueber indiens weg in die unabhaengigkeit aufzufrischen. ab und an wurde es laut um uns, eine gruppe inderInnen war angekommen und rannte (im wahrsten sinne) durch das museum, aber das hielt nur ein paar minuten an und wir hatten wieder ausreichend ruhe, um uns in die lektuere zu vertiefen.

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da gandhi in madurai begonnen hat einen dhoti -handgewebter weisser baumwoll sarong- zu tragen (als symbol fuer seine ebenbuertigkeit mit der landbevoelkerung indiens, die sich so kleidet), hat man dem museum den dhoti ueberlassen, den er bei seiner ermordung getragen hat (originalblut inklusive...leicht makaber).

um der hitze zu entfliehen begaben wir uns in die berge. dort wurden wir willkommengeheissen von folgendem schild

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und da es uns hier gar nicht gut gefiel, sind wir am naechsten tag direkt wieder abgehaun... Die bergwelt indiens hier in den western ghats besteht vor allem aus kahlen berghaengen und die naehere umgebung unseres ziels kodaikanal waren groesstenteils typische indische flachbauten, welche das gesamtbild noch mehr zerstoerten. ambitionen zum trekken wurden bei uns also ueberhaupt nicht geweckt und es war ausserdem viiiieeel zu kalt;o)

 
mit air asia in eine andere welt...
Dienstag, 10. März 2009 um 11:00

 

nachdem wir luxusverwoehnt mit dem taxi zum flughafen fuhren und dort leckere bagels fruehstueckten, bestiegen wir das flugzeug in kuala lumpur frohen mutes. unmittelbar nach der landung konnten wir einen kleinen vorgeschmack davon erhalten, was uns in den naechsten sechs monaten tagtaeglich erwarten wird. sofort nach dem aufsetzen der raeder standen die inderinnen, inder von ihren sitzen auf und begannen ihre taschen aus den gepaeckfaechern zu nehmen. die flugbegleiterinnen hatten ihre liebe muehe sie davon abzuhalten. der (alte) flugplatz von trichy im sueden von indien war dann auch direkt die fortsetzung des treibens im flieger. chaos an der einreise, unfreundliches personal und warten auf strom fuer den geldautomaten. doch nachdem wir fuer unschlagbare 12cent mit dem bus in die 7km entfernte stadt gefahren sind und unser hotel bezogen hatten, gings erstmal was essen und die welt war wieder in ordnung :-) super essen zu super preisen. das reichhaltiges ricemeal kostete uns zusammen gerade mal 50cent. nachfuellen des bananenblattes inklusive.
trichy selber war entgegen anfaenglicher befuerchtungen von stephie, die vor sechs jahren schonmal hier war und direkt weiter gereist ist, recht angenehm. wir haben 2 schoene tempelanlagen besucht, darunter der angeblich groesste hindutempel indens. der zweite liegt auf einem felsen, der sich inmitten der stadt emporhebt und schon aufgrund dessen eine augenweide ist.

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nach 3 tagen in trichy gings dann weiter richtung norden nach mamallapuram. am golf von bengalen gelegen ein bisschen suedlich von chennai (hauptstadt des bundesstaates tamil nadu und frueher madras genannt) wollten wir hier ein wenig entspannen und das gute leben geniessen. leider gestaltete sich die kleinstatdt (12 000 menschen echt wenig fuer das land) nicht als das urlaubsparadies. aus einem noch unbekannten grund (wir vermuten eine groessere feierlichkeit) ist die stadt ueberfuellt mit indischen touristen und die straende sind mit essensstaenden und anderen kramlaeden zugestopft. eigentlich ist jeden tag markt auf den strassen der stadt und die zahlreichen kashmirischen souvenirlaeden machen bestimmt einen fantastischen umsatz. doch das haelt die besitzer nicht davon ab, jeden vorbeilaufenden touri anzureden und ins geschaeft zu bitten. und so wird mal wieder „no thank you“ zum meistgesagten satz.
dem ganzen treiben konnten wir am ersten tag durch einen besuch der royal enfield werke im norden chennais entfliehen. fuer alle unwissenden: enfields sind indische motorreader die noch ungefaehr so gefertigt werden wie vor 50 jahren, als die produktion von england nach indien verlegt wurde.

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also herrliche historische motorraeder und mehr oder weniger handarbeit am fliessband. fuer den europaeischen markt gibt es allerdings inzwischen modelle, die den abgasnormen entsprechen und mit modernen 'gimmicks' wie elektrischer starter, scheibenbremsen oder auch umbau auf links schalten und rechts  bremsen. immerhin laufen hier jaehrlich 60 000 mopeds vom band, von denen 80% fuer den indischen markt bestimmt sind. ca. 100000 rupien kostet hier ein solches moped, was ungefaer 1700 euro entspricht. nicht schlecht fuer ein fabrikneues motorrad, doch bei einem durchschnittlichen jahresverdienst von ca. 700$ noch immer unerreichbar fuer die meisten menschen hier.
die fahrt durch chennai (dauerte dreimal so lang wie die besichtigung) offenbarte dann auch den fakt, dass ca. die haelfte der inder und inderinnen unterhalb der armutsgrenze leben. slums an den strassenraendern bestimmen das stadtbild und halten vor augen, dass der oft beschriebene aufstieg des landes bei weitem nicht alle einwohnerinnen, einwohner erreicht.
in mamallapuram selbst kann man sich den tag mit der besichtigung von bedeutenden indischen steingravuren und tempeln vertreiben. aus riesigen steinbloecken formen auch heute noch steinmetze wunderbare skulpturen und schufen in den letzten tausend jahren ein vielzahl von wandreliefs oder heiligen hindustaetten. der sogenannte shore tempel ist der wohl bekannteste unter den tempeln und zaehlt wie alles andere zum weltkulturerbe.

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auch hier bei der tempelbesichtigung man kann den vielen kindern kaum entgehen und natuerlich muss jedem kind erzaehlt werden woher man kommt und wie man heisst - gruppenbild inklusive.

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bis jetzt koennen wir also feststellen, dass neben all dem schmutz, dem gestank und dem stress den viele menschen naturgemaess ausloesen- vor allem wenn sie keinerlei distanz wahren- die aufgeschlossenheit, das interesse und die freundlichkeit der menschen, das leckere essen sowie die einzigartigkeit der landschaft und einige der skurilsten erlebnisse ueberhaupt (wer erwartet denn bspw. in einem stinkenden staedtischen wasserbecken seeadler die nach fischen jagen...) indien echt spass macht.
 

 
Angekommen
Freitag, 06. März 2009 um 15:35

endlich in indien;o)

bisher gestaltet sich alles reibungslos. das dreckloch trichy war ganz nett und fuer die, die es kennen - wir sind in mamallapuram... alles ist anders und unseren wlan luxus koennen wir uns abschminken! wir geben uns trotzdem muehe euch auf dem laufenden zu halten.